· Nein zur Bezahlkarte Karlsruhe · Veranstaltung
Soli-Party: Beat gegen die Bezahlkarte - Fettes danke an KEKS-Kollektiv und allen Helfer*innen
Soli-Party am 20. März von KEKS-Kollektiv in der HfG war ein voller Erfolg. Neue Studie belegt: Bezahlkarte ist Blödsinn

Soliparty Beats gegen die Bezahlkarte im März 2026: Vielen Dank an alle!
Seit zwei Jahren gibt es in Deutschland die Bezahlkarte für Asylbewerber*innen. Damit erhalten Menschen ihre Asylleistungen auf einer Art Kreditkarte. Doch diese bringt erhebliche Einschränkungen mit sich: Keine Überweisungen sind möglich, und Bargeldabhebungen sind stark limitiert.
Die offizielle Begründung für die Einführung lautete vor allem:
Verringerung von Rücküberweisungen ins Heimatland, Bekämpfung von Schleuserkriminalität und Bürokratieabbau. Belege für diese Probleme hat die Bundesregierung vor der Einführung jedoch keine
vorgelegt. Studien der letzten zwei Jahre konnten keine der genannten Probleme nachweisen [DIW, 2024 & MDI, 2026 & DEZIM, 2024]. Auch eine ktuelle Studie der AWO kommt zu einem ernüchternden
Urteil: Im Alltag führt die Bezahlkarte zu erheblichen Diskriminierungen, Einschränkungen und erschwert gesellschaftliche Teilhabe und verfehlt somit ihr Ziel [AWO, 2026]. Das legt die Vermutung nahe, dass die Bezahlkarte nichts weiter als rassistische Symbolpolitik ist. Übrigens verdienen daran die großen amerikanischen Kreditkartenunternehmen Visa und Mastercard; Wer überweist hier also sinnlose Steuergelder ins Ausland? [Zevedi, 2025 & Staud, 2025]
Es wird eine Gruppe gesucht, die sich schwer wehren kann, weil sie in der Unterzahl ist und kein nennenswertes Wirtschaftskapital besitzt. Dann wird versucht sie für Probleme verantwortlich zu
machen, die nichts mit ihr zu tun haben: etwa die Staatskasse oder Kriminalität. Zum Beispiel zum Thema Staatskasse; Die aktuellsten Zahlen zu Kosten für Asylbewerberleistungen liegen für 2024 bei
rund 1,3 % [Destatis, 2025] der Gesamtausgaben der BRD. Dagegen betragen die entgangenen Einnahmen durch Steuerhinterziehung mindestens 30 % [DLF, 2026 & Murphy, 2019].
Gleichzeitig herrscht Fachkräftemangel, doch Asylbewerber*innen dürfen oft nicht arbeiten. Kostenlose Integrationskurse werden gestrichen, und in den meisten Unterkünften, die ich in Bayern und
Baden-Württemberg gesehen habe, würde ich selbst nicht leben wollen. Die Menschen, die hier ankommen, haben alles hinter sich gelassen: Familie, Freunde, ihre Heimat. In ihren Ländern herrschen
Kriege, oder sie gehören zu verfolgten Minderheiten. Viele sind bereits traumatisiert oder werden es spätestens durch den Nährboden, den die Regierung legt: systematischer Ausschluss von einem
menschenwürdigen Leben.
Überall in Deutschland haben sich solidarische Menschen zusammengefunden, um Betroffenen der Bezahlkarte etwas mehr Freiheit über ihre niedrigen Geldleistungen hinaus zu ermöglichen. In
Baden-Württemberg betragen die zum Beispiel nur rund 150 € im Monat für eine alleinstehende Person. Das Prinzip der Tauschinitiativen ist einfach: Geflüchtete kaufen mit der Bezahlkarte Supermarktgutscheine. Diese werden gegen Bargeld getauscht. So haben Geflüchtete Zugang zu Bargeld. Anschließend werden die Gutscheine wieder von solidarischen Bürger*innen zurückgetauscht. Ein Nullsummenspiel.
Um die Tauschaktionen durchzuführen, benötigen wir jedoch ausreichend Bargeld. Außerdem brauchen wir Geld für Flyer, Miete für Tauschräume, Snacks und Getränke bei den Aktionen, Stoffe und
Farben für Banner oder Zugtickets zu Demos.
Das KEKS-Kollektiv hat uns angeboten alle Spenden ihrer Soliparty am Abschluss der Internationalen Woche gegen Rassismus an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe (HfG) an Nein zur Bezhalkarte
Karlsruhe zu geben. Die Party fand am 20. März 2026 statt. Wir haben gemeinsam mit Betroffenen der Bezahlkarte beim Auf- und Abbau, in Thekenschichten und im Awareness-Bereich geholfen. Den Großteil der
Arbeit haben jedoch die Verantwortlichen vom KEKS-Kollektiv übernommen.
Die Party war mega schön und ein voller Erfolg. Dafür möchten wir uns noch einmal herzlich bedanken!
Mit den Spenden können wir deutlich besser auf den hohen Andrang bei den Tauschaktionen reagieren. Außerdem konnten wir viele Menschen auf die rassistische Bezahlkarte aufmerksam machen. Alle
Veranstaltenden, Helfenden und Tanzenden haben damit etwas gegen die rassistische Asylpolitik in Deutschland getan.
Mehr Infos findet ihr unter NZBKA.de oder auf Instagram @nein-zur-bezahlkarte-karlsruhe
Schreibt uns gerne, wenn ihr direkt mithelfen wollt – zum Beispiel bei den Tauschaktionen oder auch bei Dingen wie Webseite, Grafikdesign oder Spendenveranstaltungen.
Quellen:
DIW, 2024: https://www.diw.de/de/diw_01.c.928587.de/gefluechtete_senden_seltener_geld_ins_ausland_als_andere_migrant_innen.html
MDI, 2026: https://mediendienst-integration.de/arbeitsmarkt/auslaendische-arbeitskraefte/remittances-wie-viel-geld-schicken-migranten-in-ihre-herkunftslaender/
DEZIM, 2024: https://www.dezim-institut.de/fileadmin/user_upload/fis/publikation_pdf/FA-6050.pdf
AWO, 2026: https://awo.org/pressemeldung/bezahlkarte-verfehlt-ihr-ziel-awo-kritisiert-neue-huerden-statt-gesellschaftlicher-teilhabe/
Zevedi, 2025: https://zevedi.de/efinblog-bezahlkarte-fuer-asylbewerberinnen/
Staud, 2025: https://www.tag24.de/sachsen/bezahlkarte-fuer-asylbewerber-war-der-groesste-coup-dieser-firma-3418626
Destatis, 2025: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Soziales/Asylbewerberleistungen/_inhalt.html#260354
DLF, 2026: https://www.deutschlandfunk.de/steuerhinterziehung-deutschland-strafverfolgung-100.html
Murphy, 2019: https://www.socialistsanddemocrats.eu/sites/default/files/2019-01/the_european_tax_gap_en_190123.pdf


